. . . Thema: Pelz
Pelz: Tierqual aus Eitelkeit und Profitgier
Über 70 Prozent der Deutschen sind dafür, die Zucht von Pelztieren in der Bundesrepublik zu verbieten. Dies ergab eine repräsentative EMNID-Umfrage im Auftrag der Tierschutz-Vereinigung „Vier Pfoten“ im Jahr 2003. Dennoch ist ein Ende der Zucht nicht in Sicht: Obwohl es heute bereits hervorragende Pelz-Imitate gibt, werden allein in Deutschland nach Angaben von Tierschutzorganisationen immer noch rund 300.000 Tiere im Jahr wegen ihres Pelzes getötet. Derzeit gibt es bei uns allein 30 Nerzfarmen, und es sollen sogar noch mehr hinzukommen!
Die Nerze, die in freier Wildbahn Reviere von vielen Quadratkilometern bewohnen, werden in Drahtkäfigen gehalten, die so eng sind, dass die Tiere sich darin kaum umdrehen können. Gleiches gilt für Füchse, sowie für Chinchillas, Nutrias und Iltisse. Ein artgerechtes Leben ist unter diesen Bedingungen nicht möglich. Es fehlt an Bewegungsfreiraum, Auslauf, Abwechselung und Kontakt mit Artgenossen. Der Drahtboden ist unbequem und schneidet in die Füße ein. Oft werden die Käfige auch nicht ausreichend gereinigt, so dass die Tiere in ihren Exkrementen leben müssen. Wie bei den meisten dauerhaft eingesperrten Tieren kommt es zu Verhaltensstörungen, die von Apathie bis hin zu Kannibalismus reichen.
Doch die Problematik beschränkt sich nicht nur auf Wildtiere: „Würden Sie Ihren Hund tragen?“ fragte die Tierrechtsorganisation PETA in einer Kampagne, die Pelzträgern die Augen öffnen sollte. Es wird kaum jemanden geben, der darauf mit „ja antworten würde - und dennoch tragen viele Hunde- oder Katzenfell, ohne es zu wissen. In China werden Millionen Hunde und Katzen auf grausame Weise wegen ihres Fells getötet, das dann unter irreführenden Phantasienamen nach Europa verkauft wird. Katzenfell wird oft unter Namen wie „maopee“, „Bergkatze“, „govangi“ oder „genotte“ auf den Markt gebracht, Hundefell unter der Bezeichnung „asiatischer Wolf“, „asiatischer Waschbär“, “Dogue de Chine” oder “Loup d’Asie. PETA und der bekannte Dokumentarfilmer Manfred Karremann zeigten im TV das Leid, das hinter dieser Mode steckt: Tausende teils gestohlene Hunde wurden in Paletten-artigen Käfige gezwängt, auf einem Lastwagen zum Transport übereinander gestapelt und schließlich beim Abladen herunter auf den Boden geworfen. Viele brechen sich dabei bereits die Knochen, die anderen werden später getötet, manchen wird sogar noch bei lebendigem Leibe das Fell abgezogen. (Details unter www.peta.de oder www.offensive-gegen-die-pelzindustrie.de).
In England und einigen österreichischen Bundesländern ist die Pelztierhaltung bereits verboten. Wir fordern auch für Deutschland ein Gesetz, dass die Jagd, Zucht, Haltung und das Töten von Tieren zum Zwecke der Pelzgewinnung grundsätzlich verbietet. Und ein EU-weites Einfuhrverbot für Hunde- und Katzenfelle! Es ist nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr Millionen Tiere für ein überflüssiges Luxusprodukt gequält und getötet werden!
Auch hier in OWL gibt es zwei Pelzfarmen:
Nerzfarm in Bielefeld
Firma "Artemis", Laarer Straße 70, 33739 Bielefeld-Vilsendorf
Nerzfarm in Gütersloh/Spexard
In der Worth 118, 33334 Gütersloh (direkt hinter dem Tierheim)
Betreiber: Heinz Stüker, Delitzschweg 7, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Telefon: 05242 / 46561
Bitte protestieren Sie gegen diese Nerzfarmen.
Schreiben Sie an die angegebenen Adressen oder rufen Sie an, und fordern Sie die Betreiber auf, die Nerzfarmen zu schließen. Geben Sie Ihnen zu verstehen, dass Sie nicht damit einverstanden sind, Tiere überhaupt zu quälen und zu töten, und dann auch noch, für puren Luxus.
Auf dieser Homepage finden Sie unter Aktionen/Petitionen auch die entsprechenden Unterschriftenlisten gegen diese Nerzfarmen.
Erfolgreiche Proteste
C&A, die KarstadtQuelle AG, sowie zuletzt - nach ca. vier Jahren intensiver Protestaktionen –
Peek & Cloppenburg wurden dazu bewegt, den Handel mit Echtpelzen aufzugeben. Auch gegen Galeria Kaufhof wurde bereits eine groß angelegte Kampagne geplant, die im November starten sollte. Im Rahmen der Demonstration Köln-Pelzfrei beteiligten sich am 30. September 2006 bereits über 400 Tierrechtlerinnen und Tierrechtler an einer ersten großen Kundgebung gegen das Unternehmen.
Allein durch Verhandlungen und dem Androhen von Protesten konnte die Offensive gegen die Pelzindustrie beim Otto-Versand, der Inditex-Gruppe (Zara) sowie zuletzt bei Appelrath-Cüpper und Pohland einen Ausstieg aus dem Pelzhandel erreichen.
Was Sie noch tun können:
Kaufen Sie keine Pelzmäntel oder Kleidungsstücke mit Pelzbesatz!
Fragen Sie in Geschäften gezielt nach Kleidung mit Kunstpelz!
Viele Imitate sind so gut gemacht, dass sie sich kaum von echtem Pelz unterscheiden lassen. Schauen Sie daher auf das Label oder erkundigen Sie sich bei der Verkäuferin, ob es sich auch wirklich nicht um echten Pelz handelt!
Schreiben oder rufen Sie Geschäfte und Versandhäuser an, die noch echten Pelz verkaufen, und bitten Sie diese Geschäfte
darum, dies in Zukunft nicht mehr zu tun. Je mehr Kunden sich dagegen aussprechen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit,
dass der Verkauf bald eingestellt wird.
Klären Sie Menschen, die noch echten Pelz tragen, darüber auf, unter welch grausamen Bedingungen dieser „erzeugt“ wird.
Unterstützen Sie die Mailing-Aktion von „Vier Pfoten“ unter www.pelzfrei.de.
Schreiben Sie an den chinesischen Botschafter in Berlin und bitten Sie ihn, sich für ein Tierschutzgesetz einzusetzen, dass die grausame Behandlung von Tieren verbietet:
Chinesische Botschaft Berlin, Botschafter Ma Canrong, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin
Tel: 030-275880
Fax:030-27588 221
chinesischebotschaft@debitel.de
Schreiben Sie an den EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Marcos Kypriano,
und bitten Sie Ihn, ein EU-Importverbot für Hunde- und Katzenfell zu verabschieden:
EUROPEAN COMMISSION
DG Health and Consumer Protection
B-1049 BRUSSELS
sanco-info@cec.eu.int
Peek & Cloppenburg verkaufen deutschlandweit weiterhin bis Mitte 2007 Pelz.
Ab Mitte 2007 gilt ein Verkaufsstopp von Pelz, befristet für zunächst ein Jahr.
Der Verkaufsstopp ist auf die zahlreichen, deutschlandweiten Proteste zurückzuführen.
Bleibt zu hoffen, dass Peek & Cloppenburg den Pelzverkauf nicht wieder aufnimmt.